Der Westschweizer Stromkonzern Groupe E und die Romande Energie haben es vorgemacht: beide wollen sich (nach anfäglichem Interesse) nicht mehr am Kohlekraftwerk im deutschen Brunsbüttel beteiligen. Es gibt mehrere Gründe dafür: einerseits entspricht das Projekt nicht mehr den Erwartungen, dia man am Anfang hatte. Zweitens ist die finanzielle Unbekannte für sie „besorgniserregend“. Wieso? Man kann davon ausgehen, dass man den CO2-Austoss in Zukunft kompensieren muss, und dieser lässt sich noch nicht beziffern. Wenn man sich vor Augen hält, dass das Kohlekraftwerk in Brunsbüttel so viel CO2 austossen wird, wie alle Autos in der Schweiz zusammen, so muss diese finanzielle Belastung einer solchen Investition aufgrund der möglichen CO2-Kompensationen als „schwerwiegend“ bezeichnet werden, geschweige denn deren Umweltverträglichkeit.
Die Bündner Regierung wird nicht müde zu behaupten, sie könne keinen Einfluss auf die strategischen Entscheide der Repower nehmen. Ob die Repower in Kohlekraftwerke investiert oder nicht, sei allein der Entscheid der Repower. Richtig ist, dass der Kanton Graubünden mit 46% Mehrheitsaktionär der Bündner Repower ist. Drei Verwaltungsräte vertreten die Interessen des Kantons: alt Regierungsrat Reto Mengiardi, alt Regierungsrat und Ständerat Christoffel Brändli und Regierungsrat Martin Schmid. Die Bündner Regierung muss diese Verwaltungsräte in die Pflicht nehmen und an das Regierungsprogramm 2009-2012 erinnern. Dort schreibt die Regierung: “Auch wenn dem Klimawandel national und international zu begegnen ist, so trägt auch der Kanton Graubünden eine Mitverantwortung, die es durch geeignete Massnahmen und Investitionen zu begegnen ist. Als Bergkanton ist Graubünden vom Klimawandel besonders betroffen, wenn man an die damit verbundenen Naturgefahren denkt.” Wenn dieses Regierungsziel nicht nur Makulatur sein soll, muss die Regierung handeln und Investitionen in Kohlekraftwerke zusammen mit der Repower sofort stoppen.

Die andere Möglichkeit haben wir am 13. Juni 2010, in dem wir Josias F. Gasser und Jürg Kappeler als neue, unverbrauchte und unabhängige Kräfte in die Bündner Regierung wählen, damit in Zukunft unsere heimischen Energieträger wie Sonne, Wasser, Holz und Wind vermehrt genutzt werden und somit nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen werden. Unabhängig, ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll.

Simon Casutt, GLP-Grossratskandidat Kreis Ilanz, Falera